"Die Gang" Hornmilchsennerei

Gang, Hof, Brandenberg

"Die Gang" - Historie

Gang Brandenberg
Die Gang um ca. 1960

"Die Gang" ist ein kleiner Bergbauernhof und ein ehemaliger Alpengasthof, der sich an der Gemeindestraße von Steinberg am Rofan nach Brandenberg befindet. Das Anwesen besteht aus 3 Gebäuden und seine Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück.  Das alte Gebälk könnte tausend Geschichten erzählen.  Besonders während den Zeiten der Brandenberger Holztrift, war "Die Gang" ein beliebter Treffpunkt für die Holzarbeiter, die bis in die 1960er-Jahre  die reißende Brandenberger Ache nützten, um Baumstämme aus dem Hochtal nach Kramsach zu transportieren. 

Die Gang, Feiern, Gasthaus, Musik
Immer wieder lustig in der Gang

Auch für Gäste aus Bayern war "Die Gang" jahrelang ein beliebtes Ausflugsziel. Die wunderbare Natur, die Gastfreundschaft und Kochkünste der damaligen Wirtsleute untermalt von zünftiger Musik überzeugten.Manche Passanten erzählen heute noch, dass sie damals in "Der Gang" die eine oder andere  feuchtfröhliche Feier erlebt haben. Details erfährt man nicht, aber ihr Schmunzeln und das Leuchten in ihren Augen verraten, dass es sehr lustig zugegangen sein muss. Danach wurde es eher still um "Die Gang". Die Gebäuden wurden als Ferienhäuser vermietet und die Landwirtschaft stillgelegt. 

Von einem besonderen Gasthof zu der "etwas anderen" Sennerei

Braunviehkuh, Weide, Kuh, Horn

2010 zogen wir, Sandra & Kiri, in "Die Gang". Sandra sah darin die Chance ihren langjährigen Traum wahr zu machen und überzeugte Kiri 2 Kälber zu kaufen. Es dauerte nicht lange bis der Stall wiederbelebt wurde. Heute haben dort 3 Schweizer Original Braunviehkühe ihr zu Hause gefunden, die ausschließlich mit bestem Heu gefüttert werden. Den Sommer verbringen die gutmütige Tiere auf einer Alm nahe Steinberg,  wo sie viel Bewegung haben und beste Alpenkräuter fressen. Diese optimale Voraussetzungen ermöglichen den Kühen eine äußerst  hochwertige Milch mit besten Inhaltsstoffen zu produzieren. 

 

 

Es ist uns ein Anliegen, so gut es geht auf Kraftfutter zu verzichten, nach dem Motto "weniger ist mehr". Allerdings sind die Tiere heut zu Tage so gezüchtet, dass man um eine kleine Zugabe nicht herum kommt.

 

Ein kleiner Vergleich: Anfang der 80er Jahre lag die Milchleistung einer Kuh noch bei ca. 20 Liter am Tag, heute gibt es Hochleistungskühe, die täglich über 40 Liter Milch geben. Bedenkt man, dass für die natürliche Versorgung eines Kalbes 8 Liter am Tag vollkommen ausreichend sind, hat diese immense Überproduktion deutliche gesundheitliche Folgen für die Kuh. Lag die Lebenserwartung einer Kuh früher bei 25 Jahren, so liegt sie heute in industriellen Großbetrieben nur noch bei ca. 5 Jahren. 

 

Wir in "Der Gang" möchten  unseren Tieren ein langes, gesundes Leben ohne Stress und Leistungsdruck gönnen. Ein freudiges Miteinander zwischen Mensch und Tier, wo alle Spaß bei der "Arbeit" haben.



«Ich bin Bauer, nicht Landwirt»,

sagt Armin Capaul, Initiator der IG Hornmilch-Initiative

«Ein Bauer ist dankbar für das, was ihm die Natur schenkt. Ein Landwirt hingegen kalkuliert, wie ihm Land und Tiere möglichst viel Ertrag abwerfen.» 

"Wir" (Mensch und Tier) in "Der Gang" sind in der glücklichen Lage, dass wir unseren Hof als Hobby betreiben dürfen und nicht ausschließlich von der Landwirtschaft leben müssen. Damit ganze Familien wieder von der Landwirtschaft leben können und damit ein wichtiger Teil Kulturlandschaft erhalten bleibt, wird ein großes Umdenken bei Politikern und Verbrauchern stattfinden müssen.

Armin Capaul, IG Hornmilch-Initiative
Foto: Caroline Michaela Hauger/Schweizer-Illustrierte

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